Allgemeine Informationen zum Drucken mit UV-Farben

Technische Voraussetzungen für das Drucken mit UV-Farben

1. Für den UV-Druck sind ausschließlich EPDM-Walzenbezüge geeignet (dieses Material  wird durch Mineralöle zerstört). Für den Wechselbetrieb (konventionell – UV) sind spezielle Werkstoffe verfügbar (Nitrilkautschuk).  

2. EPDM-Drucktücher sind geeignet für den UV-Druck. Nitrilkautschuktücher sind für den Wechselbetrieb geeignet.  

3. Geeignet sind Positiv- und Negativplatten, diese sollten möglichst eingebrannt werden. Geeignete Plattentypen sollten beim Lieferanten erfragt werden.  

4. UV-Strahler sollten mit ausreichender Leistung ausgestattet sein. Je nach Lampentyp ist eine Ozonabsaugung erforderlich.  

5. Je nach eingesetztem Pigment neigen UV-Farben zum Stehenbleiben im Farbkasten, daher werden Farbrührwerke empfohlen.  

6. Zum Absaugen von Farbnebeln werden Absaugvorrichtungen an den Druckwerken empfohlen.    

   

UV-Farben  

UV-Bindemittel sind Acrylate unterschiedlicher Viskosität. UV-Farben sind nicht mischbar  mit Druckfarben im konventionellen Bindemittelaufbau.   Geeignete Waschmittel (Alkohole, Ester, Ketone) sind bei den entsprechenden Waschmittelherstellern zu bekommen.   Zur Handhabung von UV-Farben und UV-Waschmitteln wird empfohlen, die geltenden Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.   Die entsprechenden Sicherheitsvorschriften können den Hinweisblättern der Lieferanten entnommen werden. (siehe Sicherheitsdatenblatt)      

 

Verarbeitungshinweise  

  • Das Farbwerk muss gründlich von konventioneller Farbe gereinigt sein. Waschmittelreste auf den Farbwalzen verursachen Trocknungs- und Tonprobleme.
  • Vor dem Einlaufen von UV-Farben empfehlen wir, die Walzen mit etwas UV-Verdünner Z914 zur Sättigung einlaufen zu lassen. Zuviel Verdünner kann zu Tonproblemen führen.
  • Mit möglichst geringer Feuchtmittelführung drucken, denn UV-Farben sind wasserempfindlicher als konventionelle Farben.   
  • UV-tauglicher Feuchtmittelzusatz 3 % Waterfit Z450 und 3 – 8 % IPA zur Herabsetzung der Oberflächenspannung zeigen sehr gute Ergebnisse. Ins Feuchtmittel dürfen keine Waschmittelreste gelangen. Feuchtungs-, Ton- und Trocknungsprobleme sind die Folge.
  • Das Feuchtmittel muss in diesem Fall neu angesetzt werden.  

   

Lagerung von UV-Farben  

  •  Farbdosen nach Entnahme wieder verschließen und vor Lichteinfall schützen. 
  •  Kühl und dunkel lagern. 
  •  UV-Farben sind 6 Monate bei 20° C Lagertemperatur ab Lieferdatum haltbar.      

 

Farbhilfsmittel  

  • UV-Verdünner Zur Herabsetzung der Viskosität bei zu strenger Farbe.
  • UV-Beschleuniger  Z967Zugaben 2 – 5 % zur Beschleunigung der Aushärtung der Farbe 
  • UV-Transparentweiß 7P164 Bis 90 % Zugabe zur Aufhellung der UV-Farben  
  • UV-Firnis Z440  
  • UV-Deckweiß  Z220  

 UV-Farben sind untereinander mischbar        

 

Drucktechnische Probleme

Ursachen und ihre mögliche Behebung  

Tonen  

  • Ungeeignete Platten
  • Zu hoher Alkoholanteil im Feuchtmittel
  • Ungeeigneter Feuchtmittelzusatz
  • Waschmittelreste im Farbwerk, auf den Feuchtwalzen oder im Feucht-wasser
  • Gequollene Farbauftragswalzen (Abwicklung überprüfen!)
  • Schlecht eingearbeitete Zusätze
  • Zu viel Verdünnung in der Farbe
  • Oxidierte Druckplatte              

Schmieren  

  • Zu wenig Feuchtmittel
  • Gequollene Walzen (Abwicklung überprüfen!)
  • Reste von konventionellen Offsetdruckfarben oder Waschmitteln im Farbwerk.        

Mangelhafte Trocknung - Ungenügende Trocknerleistung

Mögliche Ursachen:

  • Anschlusswerte des UV-Trockners nicht optimal
  • Ungeeignete Lampen
  • Zu starke Kühlung der Lampen (die Lampen erreichen nicht die maximale Strahlungsintensität bzw. Leistung).
  • Verschmutzung der Reflektoren und evtl. vorhandener Abdeckscheiben
  • Zu großer Lampenabstand (mehr als 6 – 8 cm) zum Druck.
  • Verschmutzte Lampen durch z.B. eingebrannten Puder
  • Bei wassergekühlten Lampen Kühlwasser auf Reinheit prüfen, eventuell austauschen. Destilliertes Wasser verwenden.
  • Überprüfung der Betriebsstundenzahl der Lampe (Alterung), Rücksprache mit Lampenhersteller.
  • Zu hoher Anteil an Farbverdünnung oder an Firniszusatz in der Farbe (Zugabe von UV-Beschleuniger Z967)
  • Waschmittelreste in der Farbe
  • Zu viel Wasser in der Farbe     

 

  • Aufbauen auf dem Folgedrucktuch und/oder auf dem Gegendruck im Endlos nach UV-Trocknerdurchlauf (Zwischentrocknung)  
  • Ungenügende Farbtrocknung
  • Zu hohe Bahntemperatur nach der Zwischentrocknung (Bahnkühlung empfohlen)      

 

Rupfen  

  • Farbe zu streng (mit 2 – 5 % UV-Verdünner Z914 versetzen)
  • Ungeeignetes Gummituch (Es löst sich an und wird klebrig – Reliefbildung)         

 

Unruhiges Liegen in der Fläche

  • Farbe zu streng
  • Feuchtwassereinschlüsse in der Druckfarbe
  • Meistens Papierproblem (unterschiedliches Wegschlagen)                    

 

Walzenstreifen  

  • Zurichtung von Farb- und Feuchtauftragswalzen prüfen. Farbauftragswalzen spitzer zum Reiben und zur Platte einstellen.
  • Zu hoher Farbauftrag        

 

Farbnebelbildung  

  • Farbe zu streng (mit 2 – 5 %  UV-Verdünner Z914 versetzen).
  • Alte und poröse bezogene Farbwerkswalzen.
  • Ungeeignete Farbwerkswalzenbezüge (Vorteilhaft sind Verreiberkühlungen sowie der Einsatz von Abwicklung der Farbwalzen überprüfen.       Farbspritzen  

 

Farbspritzen

  • Zu viel Feuchtmittel in der Farbe emulgiert.  

Abhilfen:

  • Reduzierung der Feuchtmittelmenge
  • Feuchtwerkskühlung
  • Verwendung geeigneter Feuchtmittelzusätze      

 

Aufbau auf dem Gummituch

  • Zu strenge Farbe (verdünnen)
  • Schlechte Farbannahme (Druckbeistellung prüfen)
  • Ungeeignetes Drucktuch (Reliefbildung)
  • Zu hohe Feuchtmittelführung